Ausgehend von vorangegangenen Experteninterviews in 2005 und 2007, veröffentlichte seomoz.org kürzlich eine Studie, in der 72 Experten aus den Bereichen Online-Marketing und Suchmaschinenmarketing zu mehr als 100 als entscheidend erachteten Ranking-Faktoren Stellung nehmen mussten. In der Studie reflektiert sich das kollektive Wissen hinsichtlich positiver und negativer Einflüsse auf bestehende Ranking-Algorithmen.
Ergebnisse verteilen sich auf einer Skala zwischen 0 (unwichtig) und 100 (sehr wichtig). Unsere Auszüge der positiven Ranking-Faktoren beinhalten Scores ab 30, Varianz < 11%. Andere Befunde werden nicht interpretiert.
On-Page-Optimierung mit Keyword-Bezug
Dass die Optimierung bestehender Unterseiten, Adresszeilen, Meta-Tags oder von Content im allgemeinen z.T. einen geringeren Einfluss auf das Ranking ausübt als andere Maßnahmen, ist seit geraumer Zeit Fakt und wird immer deutlicher. Dennoch wurde der Keyword-Nutzung in Seitentiteln, Hauptüberschriften, in den ersten 50 – 100 Wörtern des HTML-Body und im Domain-Namen eine mittlere bis hohe Relevanz zugemessen.
Die Nutzung von Schlüsselbegriffen in anderen Überschriften (h2, h3 usw.), Alternativtexten von Bildern oder das schiere Wiederholen derselben (hohe Frequenz) fällt weniger ins Gewicht. Natürlich ließen sich noch weitere Faktoren anführen (Keyword-Nutzung im ersten Wort des Seitentitels oder in der Wurzel des Domain-Namens), die hier nicht berücksichtigt werden, da der Grad der Übereinstimmung seitens der Experten zu gering war.
On-Page-Optimierung ohne Keyword-Bezug
Im Rahmen der On-Page-Optimierung ohne Keyword-Bezug werden stichhaltige und eindeutige Inhalte als wichtigster Faktor erachtet (Score: 65). Hier zeigt sich, dass eine fachgerechte und ausgewogene redaktionelle Betreuung – wenn auch kostenintensiver – das häufige Aktualisieren des Internetauftritts (Seitenerstellung) sowie die Häufigkeit der Veränderungen von Unterseiten im zeitlichen Verlauf schlägt.
Link-Popularität als Ranking-Booster
Entscheidenden Einfluss auf das Ranking einer Webseite kommt deren externe und interne Verlinkung zu. Die Scores liegen in diesem Bereich insgesamt hoch (51 – 73). Dem Anchor-Text externer Links wird dabei die höchste Relevanz zugemessen, darüber hinaus der externen Link-Popularität, der Weitläufigkeit und Vielfältigkeit externer Links sowie deren globaler Gewichtung (PageRank). Auch hier spielen inhaltliche Aspekte eine Rolle: Die Einordnung der Webseite in ein passendes Themenfeld (Semantik verlinkter Seiten) bzw. Zuordnung zu themengleichen (Web-)Seiten weist immerhin einen Score von nahezu 60 auf. Der Keyword-Bezug von Anchor-Text seiteninterner Links sowie die interne Link-Popularität erreichen jeweils noch über 50 Punkte.
Reputation erben und hinzugewinnen
Konsens besteht außerdem in Bezug auf die Relevanz erworbener reputativer Ranking-Scores wie TrustRank oder etwa mozTrust, der Link-Diversität, der Reputation externer Link-Quellen sowie deren Quantität und Qualität. Externe, auf Reputation basierende Link-Taktiken wie das als popularitätssteigernd angesehene Verlinken zu Wikipedia-Artikeln, werden insgesamt als unwichtiger angesehen. Dies gilt auch für die Rankings und die Popularität anderer Domains desselben Hosters.
Quo vadis Social Media?
Sicherlich eine berechtigte Frage. Doch nach Einschätzung der befragten Experten weisen entsprechende Quellen (Bookmarks, Tweets etc.) bis dato nur geringe Relevanz für das Ranking externer Websites auf. Oder anders ausgedrückt: Wie viele „followers“ man auch haben mag, Google interessiert sich (noch) hauptsächlich für externe Links. Es wird aber kommen.
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